Einführung

Kirchen gehören in Deutschland zu den ältesten erhaltenen Bauwerken. Die „ ... Beschreibung ... “ bezieht sich auf eine Untergruppe dieser Bauten, die mittelalterlichen Feldsteinkirchen.

Als „mittelalterlich“ wird hier der Zeitraum zwischen 980 und 1500 verstanden, der im Wesentlichen die Baustile der Romanik und Gotik umfasst. Nur in wenigen Ausnahmefällen werden Feldsteinkirchen behandelt, die außerhalb dieser Zeitspanne errichtet wurden.

Feldsteinkirchen im Sinne der „ ... Beschreibung ... “ sind völlig oder teilweise aus bearbeiteten oder unbearbeiteten Feldsteinen errichtete Bauwerke religiösen Charakters.
Unter Feldsteinen werden Steine verstanden, die entweder unmittelbar vom Erdboden aufgelesen oder aus geringer Tiefe gehoben, nicht aber in Steinbrüchen gewonnen wurden. Aber auch Raseneisenstein, der dicht unter der Erdoberfläche anstand, wird hier einbezogen, ebenso wie Schlacke, die bei dessen Verhüttung anfiel und hin und wieder, besonders im Süden Brandenburgs, bei Kirchenbauten Verwendung fand.

Die „ ... Beschreibung ... “ wurde illustriert. Dabei handelt es sich überwiegend um selbst hergestellte Fotografien. Nicht immer haben diese eine Qualität, die allen Ansprüchen genügt. Immerhin jedoch können sie dem Betrachter eine bildliche Vorstellung des beschriebenen Bauwerks vermitteln und damit zum Verständnis des Textes beitragen. Darüber hinaus sollen die Bilder möglichst etwas von der Stimmung des Ortes wiedergeben. Da besonders das Bildmaterial des Bandes „Brandenburg“ teilweise älter als 10 Jahre ist, ist auch der Vergleich mit dem aktuellen Zustand der Kirche und ihres Umfeldes reizvoll. Wenn auch diese Aspekte dazu anregen, die eine oder andere Kirche selbst aufzusuchen und sich somit auf historischen Boden zu begeben, ist der angestrebte Zweck der „ ... Beschreibung ... “ schon weitgehend erreicht.
Dabei soll an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die „ ...Beschreibung ... “ keinerlei Anspruch auf strenge Wissenschaftlichkeit erfüllen kann und will. Der Autor selbst ist mehr zufällig auf das Phänomen „Feldsteinkirchen“ gestoßen und sieht sich nach wie vor im Status eines interessierten Laien.
Die Freude und Befriedigung, die er in zunehmendem Maße bei der Beschäftigung mit Feldsteinkirchen empfand, brachten ihn auf den Gedanken, auch anderen einen Zugang zu diesem Gebiet unserer Kulturgeschichte anzubieten.

Ein weiterer Beweggrund ist die leider immer deutlicher werdende Unkenntnis der Geschichte des eigenen Landes. Die Beschäftigung mit dessen ältesten Bauwerken soll dazu beitragen, hierfür Interesse zu wecken.
Deshalb versucht die „ ... Beschreibung ... “, neben Hinweisen auf architektonische und künstlerische Aspekte immer wieder auch auf Land und Leute einzugehen.

Hin und wieder wird man auf zeitkritische Bemerkungen des Autors stoßen. Manchmal werden diese bei dem einen oder anderen Leser Unverständnis oder gar Ablehnung hervorrufen. In diesem Zusammenhang erinnert der Autor an die Balkeninschrift eines barocken Fachwerkhauses:
„Es wünsch mir jeder, was er will – ich wünsche ihm zweimal so viel“.

Von Anfang an galt das besondere Interesse des Autors bestimmten Steinen im äußeren Mauerwerk von Feldsteinkirchen. Diese Steine weisen Ornamente auf, die der Autor für Kunstproben der beim Bau beschäftigten Handwerker hält. Feldsteinkirchen mit Steinen dieser Art („Ornamentsteine“) sind im Inhaltsverzeichnis mit einem „X“ gekennzeichnet und finden stets besondere Erwähnung.
Wer Steine findet, die nicht in der „ ... Beschreibung ... “ erwähnt sind, ist in den Augen des Autors ein Glückspilz und sollte seinen Fund keineswegs verheimlichen.

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll der Seidenwirker Heinrich Wohler, der 1834 – möglicherweise im Rahmen seiner Berufsausbildung – Aquarelle vieler Kirchen im Umland des damaligen Berlin anfertigte. Diese Bilder stellen heute einen unschätzbaren Fundus dar (s. Band Berlin).
Vielleicht ist die „ ... Beschreibung ... “ auch geeignet, nachfolgenden Generationen einen systematisierten Überblick und Eindruck vom Bestand der Feldsteinkirchen im Deutschland zu Beginn des 21. Jh. zu vermitteln.

Denn schon heute ist bedauerlicherweise festzustellen, dass Feldsteinkirchen ihrer spezifisch mittelalterlichen Außenwirkung beraubt werden. In der Hauptsache geschieht das durch das Aufbringen von mehr oder minder dicken Putzschichten oder Anstrichen. Der Autor verwendet in diesem Zusammenhang gern die auch von Kunsthistorikern gebrauchten Wendungen „gesichtslos bzw. entstellend verputzt“.
Verputzte Kirchen werden in der „ ... Beschreibung ... “ grundsätzlich nicht ausdrücklich erwähnt (s. a. Hinweise zur Benutzung „Nicht aufgenommen“). Ausnahmen bilden die Kirchen, die zum Zeitpunkt des Besuches noch nicht verputzt waren.
Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass andere Autoren die Auffassung vertreten, dass mittelalterliche Feldsteinkirchen- unabhängig von der Qualität des äußeren Mauerwerks – grundsätzlich verputzt worden sind. Im Rahmen einzelner Bauwerks-Beschreibungen widmet sich der Autor diesem strittigen Thema.

Nachdem klargestellt worden ist, dass sich das Hauptaugenmerk der „ ... Beschreibung ... “ vornehmlich auf das Äußere der Feldsteinkirchen richtet, ist darauf hinzuweisen, dass Textstellen zum Inneren einer Kirche und deren Ausstattung nicht immer auf eigener Betrachtung beruhen. Hier werden dann verschiedenste Quellen interpretiert, die heute insbesondere im Rahmen des weltweiten Datennetzes zur Verfügung stehen.
Bei weitergehendem Interesse an diesem Themensegment sei dem Leser die reichlich zur Verfügung stehende einschlägige Literatur empfohlen.

In diesem Zusammenhang wurde die Erfahrung gemacht, dass es nicht immer leicht ist, in das Innere einer Kirche zu gelangen. Besonders in den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind die Kirchen außerhalb von Gottesdiensten, Bau- oder Reinigungsmaßnahmen meistens fest verschlossen. Furcht vor Diebstahl und Vandalismus werden als Gründe angegeben.

Gelegentlich der Freischaltung der Bände „Berlin“ und „Brandenburg“ sei darauf hingewiesen, dass bereits das Material für die Bände „Mecklenburg-Vorpommern“, „Sachsen-Anhalt“, „Schleswig-Holstein“ und „Niedersachsen“ zusammengetragen wird.

Vielleicht erzeugen bereits die vorliegenden Bände eine gewisse Resonanz und möglicherweise lässt sich daraus ableiten, welche Aspekte der „ … Beschreibung … „ stärker oder schwächer gewichtet werden sollten.